Interkulturelles Musikforum Sachsen

Projektidee:

Unbestritten bilden die verschiedenen musikalischen Traditionen und ihre Transformationen u.a. im Kontext der Migration in ihrer Vielfalt einen besonderen kulturellen Reichtum in Deutschland. Sachsen bildet hier keine Ausnahme: zentrale Persönlichkeiten der sächsischen Musikgeschichte profitierten von ausländischen Einflüssen, die sächsische Musikkultur wiederum prägte zugereiste KünstlerInnen. Der Prozess der wechselseitigen Durchdringung, Aneignung und Transformation ist Jahrhunderte alt. Durch die Einwanderungsschübe seit 1990 und die aktuelle Flüchtlingsaufnahme erhält er neue Intensität und enormen Schwung.

Auch wenn Musik keine universelle Sprache ist, sondern viele verschiedene „Dialekte“ spricht, bietet sie dennoch eine nahezu perfekte Möglichkeit, Menschen aus unterschiedlichen Ländern unabhängig von ihrem kulturellen und religiösen Hintergrund zu verbinden. Musik ermöglicht es wie kaum ein anderes Medium, kulturell-integrativ und altersunabhängig zu arbeiten.

Vor dem gegenseitigen Respekt, der Wertschätzung und der daraus folgenden Transformation steht jedoch die wechselseitige Wahrnehmung. Sie ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration der Vielfalt, die aus dem Dialog der Kulturen entsteht. Allerdings sind gegenseitige Wahrnehmung und Austausch keine Selbstverständlichkeiten. Viele etablierte Institutionen der musikalischen Bildung oder der Musikpraxis haben entweder noch keine interkulturellen Angebote im Portfolio oder stehen vor der Schwierigkeit, in ihren Konzepten die in Sachsen lebenden Migrantengruppen zu berücksich­tigen und sie in ihre Arbeit einzubeziehen.

Aus dieser Analyse  heraus ist eine Projektidee entstanden, die einen interkulturellen Dialog und Austausch unter den in Sachsen lebenden MusikerInnen und MusikpädagogInnen verschiedener Kulturen sowie den Musikinstitutionen anregen soll, um ihre künstlerisch-pädagogische Arbeit zu unterstützen und für neue Zielgruppen zugänglich zu machen. Das Modellprojekt soll dazu beitragen, musikalisch-pädagogische Vermittlungsprozesse im interkulturellen Bereich anzuregen, Einrichtungen der kulturellen Bildung in ihrer interkulturellen Öffnung und Neu-Orientierung zu unterstützen und somit die Integration der Vielfalt in unserer Gesellschaft nachhaltig zu fördern.

Ziele:

  • Begegnung sowie fachlicher und musikalischer Austausch zwischen den einheimischen und den zugewanderten MusikerInnen und MusikpädagogInnen
  • Erleben und Erkennen verschiedener Kultur- und Musikkreise
  • Erkundung neuer Wege und Methoden zur interkulturellen Musikpraxis und Musikvermittlung
  • Erweiterung des Wissens-, Erfahrungs- und Praxishorizontes sowohl einheimischer als auch zugewanderter MusikerInnen
  • Entwicklung und Umsetzung von konkreten interkulturellen Projekten in verschiedenen Einrichtungen der Kulturellen Bildung

Projektinhalte:                                                               

  • Netzwerk: Erfassung, Katalogisierung und wechselseitige Zugänglichkeit von Akteuren, Institutionen und Projekten mit interkulturellem Ansatz, Veröffentlichung auf der Website des „Interkulturellen Musikforums Sachsen“
  • Austausch und Transfer: konkrete Arbeit der ProjektteilnehmerInnen unterteilt in die Module Musikpädagogik, Musikpraxis und Musikvermittlung in Form von Workshops, Seminaren, etc.
  • Projektkonzeption und Implementierung: ausgehend von den Erfahrungen und Anregungen im Projektbereich „Austausch und Transfer“ und mit Hilfe der im Projektbereich „Netzwerk“ entstandenen Tools sollen interessierte ProjekteilnehmerInnen eigene Projektideen entwickeln und zur Umsetzung bringen

Zielgruppen:

  • MusikerInnen und MusikpädagogInnen mit Migrationsgeschichte – Vertreter der in Sachsen lebenden Kulturen
  • MusikpädagogInnen, MusikerInnen und MusikvermittlerInnen an etablierten Kultureinrichtungen, MusikstudentInnen aller Fachrichtungen
  • Institutionen des sächsischen Musiklebens, Ensembles, Musikschulen, Hochschulen, Kirchengemeinden und Veranstalter

 

 

 

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